Konjunktur
17.01.2010
Des einen Leid ist des anderen Leid

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Von Leo Ochsenbauer
Als Journalist eilt man des Öfteren von Pressekonferenz zu Pressekonferenz, um sich über die aktuellsten Neuigkeiten zu informieren. In Zeiten wie diesen wollen wir unsere Leser natürlich auch über die aktuellen Wirtschaftsprognosen in Kenntnis setzen und besuchten deswegen die entsprechenden Informationsveranstaltungen der Wirtschaftskammer.
Bei den aktuellen Wirtschaftszahlen des Fachverbands Industrie der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), die aufgrund offizieller Erhebungen der Statistik Austria beruhen und daher immer einige Monate hinter den aktuellen Zahlen hinterherhinken, kann man von der durchaus positiven Aufbruchstimmung, die sich uns bei etlichen Gesprächen mit der Industrie auftat, nichts merken.
"Noch keine Aussichten auf Besserung gibt es aus Sicht der heimischen Industrie. Die Krise hat uns weiterhin fest im Griff", betonte etwa der Geschäftsführer der Bundessparte Industrie, Manfred Engelmann, anlässlich der Pressekonferenz zum ersten Halbjahr 2009. Dass diese Pressekonferenz Mitte September stattfand und auf Zahlen beruht, die einige Monate alt sind, ändert an der Stimmung in der WKO nichts. Dass er dabei natürlich auch die Mitglieder seiner Sparte im Auge hatte und die Herbstlohnrunden bevorstehen bzw. bevorstanden, sollte jedoch eine kleine Erklärung für den Zweck-Pessimismus liefern. Nichtsdestotrotz ist es unumstritten, dass etwa die Ausfuhrzahlen der Industrie gegenüber 60,7 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf nur 45,8 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2009 einbrachen. Dementsprechend negativ sieht Engelmann auch die Aussichten für den Herbst: "Im dritten Quartal werden wir es mit einer weiteren Verschärfung der Situation zu tun haben. Erst für das Schlussquartal ist mit einer Stabilisierung der Auftragseingänge der Industriebetriebe auf niedrigem Niveau zu rechnen."
Auch die Vertreter der Spediteure und Frächter nutzten die negative Stimmung, um Lobbying für ihre Mitglieder zu betreiben. Der neue Obmann des Fachverbands Spedition und Logistik, Walter Mönichweger, appellierte gemeinsam mit dem Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr, Harald Bollmann, an die heimischen Politiker, sich verstärkt für die Frächter einzusetzen. Angesichts der aktuellen Situation könne man von keiner weiteren Marktbereinigung mehr sprechen. Die Belastungen für die Branche hätten ein derartiges Ausmaß angenommen, dass in Schwierigkeiten befindliche Unternehmen kaum noch Möglichkeiten hätten, sich wieder auf gesunde Beine zu stellen. Jetzt müsse hier vonseiten der Politik rasch reagiert werden, denn die Lage für eine wichtige Branche der mittelständischen Wirtschaft sei teilweise dramatisch.
So fordert Mönichweger die sofortige Absenkung der "unverhältnismäßig hohen KFZ-Steuer für LKW" auf EU-Mindestmaß. Dies hätte Signalwirkung für die Branche, die dringend auf ein positives Zeichen warten würde. Gleichzeitig fordert der neue Obmann des FV Logistik und Spedition eine bundesweite Förderung nach deutschem Vorbild bei der Anschaffung zusätzlich schadstoffreduzierter Fahrzeuge (Euro-Klassen 5 und darüber). Der Schutz vor unpraktikablen Auflagen und Bestimmungen wäre eine Stärkung der Unternehmen, um sie gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten zu entlasten. ¦
Negative Herbststimmung der Industrie
Logistikstandort Österreich

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